Pressemitteilung vom 12.08.2011
Anlässlich des 50. Jahrestages des Mauerbaus erklären die Fraktionsvorsitzenden Renate Künast und Jürgen Trittin:
Vor 50 Jahren ist mit dem Bau der Berliner Mauer den Bürgerinnen und Bürgern in Berlin Schlimmes angetan worden. Der Bau der Mauer hat die Menschen in Ost-Berlin in besonderer Weise getroffen und hat ihnen tausendfaches und tiefgreifendes Unrecht zugefügt. West-Berlin wurde eingemauert. Jahrzehnte lang wurden Familien zerrissen. Ohne Mauer und Staatssicherheit wäre die SED-Diktatur schon viel früher am Ende gewesen. Vielen Menschen wurde unendliches Leid zugefügt. Wer aus der DDR fliehen wollte, riskierte Leib und Leben. Zahlreiche Menschen, die die Freiheit suchten, wurden an der Berliner Mauer und an der innerdeutschen Grenze erschossen. Dieser Opfer ist am 13. August in besonderer Weise zu gedenken.
Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen unterstützt deshalb den Aufruf, am Samstag, den 13.08.2011, um 12.00 Uhr in einer Schweigeminute daran zu erinnern.
Die Mauer steht zugleich für die Teilung unseres Landes und den eisernen Vorhang, der Europa in Ost und West gespalten hat.
Die schmerzhafte Erinnerung an diese Zeit muss wachgehalten werden. Nirgendwo war die deutsch-deutsche Teilung so greifbar wie in Berlin. Die Spuren und Narben der Geschichte dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Bestehende Gedenkstätten müssen gepflegt und weiterentwickelt werden. Sie tragen wesentlich dazu bei, das Bewusstsein für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte zu schärfen. Besorgniserregend ist das Unwissen vieler junger Menschen im Hinblick auf die deutsche Geschichte. Wir setzen uns für eine aktive Auseinandersetzung in den Schulen mit dem Mauerbau und der deutsch-deutschen Teilung ein. Nur so kann dem Vergessen entgegenwirkt werden und nur so lassen sich die vielfältigen Lehren aus der jüngeren deutschen Geschichte wachhalten.
Äußerungen, dass der Mauerbau – von der DDR-Regierung zynisch als „antifaschistischer Schutzwall“ verharmlost – aus damaliger Sicht notwendig war, sind völlig verfehlt. Sie stoßen eine unerträgliche Scheindebatte los, die auf dem Rücken der Opfer ausgetragen wird. Der Bau der Berliner Mauer war und bleibt schwerwiegendes Unrecht.
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