Zum Investitionsbedarf vieler Universitätskliniken erklärt der südniedersächsische Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin:
Das Uniklinikum Göttingen als größter Arbeitgeber Südniedersachsens und eine der bedeutenden medizinischen Fakultäten in Deutschland steht schon länger vor finanziellen Schwierigkeiten: Der Investmentbedarf übersteigt bei weitem die Finanzierung durch das Land sowie die Eigeneinnahmen der Klinik. Über Ursachen und Konsequenzen des Problems sprach am vergangenen Mittwoch der südniedersächsische Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin mit dem Dekan und Vorstandssprecher der UMG Prof. Heyo K. Kroemer sowie mit dem Generalsekretär des Verbands der Universitätsklinika Ralf Heyder. Aus Sicht der beiden Klinikumsvertreter sind v.a. zwei Aspekte für das Finanzierungsproblem verantwortlich: Zum einen sei aus der Föderalismusreform von 2006 ein deutlicher Rückgang der Länderinvestitionen gegenüber der Zeit des gemeinsamen Hochschulbaus erfolgt. Zum anderen herrsche ein Ungleichgewicht im bestehenden Fallpauschalensystem. Dieses behandelt Unikliniken und kleine Krankenhäuser identisch. Dieses geht an der Wirklichkeit vorbei. In diesem System werden herausragende Leistungen und damit verbundene Sonderlasten der Hochschulmedizin wie fachliche Innovation, Weiterbildung der überwiegenden Anzahl von Ärzten oder Spezialisierung auf besondere Krankheiten nicht berücksichtigt.
Unter den derzeitigen Bedingungen seien die Leistungen der Universitätsmedizin, auf die ein Großteil der Bevölkerung angewiesen ist, nicht aufrechtzuerhalten. Andere Universitätskliniken befänden sich bereits im Defizit, die UMG sei nicht mehr weit davon entfernt.
Jürgen Trittin stimmte zu, dass dringender Handlungsbedarf bestehe, nach weiteren Finanzsäulen für die Hochschulmedizin zu suchen und erklärte sich bereit, dieses Anliegen auf Bundesebene zu verfolgen. Wie in vielen anderen Staaten, selbst in Kalifornien, müsse es für Universitätskliniken einen Systemzuschlag geben, der die nur von ihnen erbrachten Leistungen, die für das Funktionieren des gesamten Gesundheitssystems existentiell sind, abdeckt. Jürgen Trittin hat sich deshalb mit einer Anfrage an die Bundesregierung gewandt.
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