CSU-Netzblockade pro Atom?- Netzausbau und Energiewende gehören zusammen

Zu der Ankündigung einer Nord-Süd-Trasse für Strom erklärt Jürgen Trittin (MdB, GRÜNE).

Die Ankündigungen von Tennet und TransnetBW für SudeLink setzen um, was Bund und Länder vor wenigen Wochen gemeinsam beschlossen haben: Für die Versorgungssicherheit gerade in Bayern und Baden-Württembergs ist eine Verstärkung der Überlandleitungen von Nord nach Süd notwendig.

Umso mehr verwundert es, wenn Crazy-Horst Seehofer ausgerechnet beim Netzausbau seinem Spitznamen alle Ehre macht. Er hat diese Verstärkung nicht nur gerade mitbeschlossen. Bayern profitiert am meisten davon, da hier in den nächsten Jahren Atomkraftwerke vom Netz gehen und große Stromverbraucher ihren Sitz haben. Die CSU-Netzblockade macht nur Sinn, wenn man klammheimlich weiter auf Atom setzt.

So notwendig Netzausbau und Energiewende zusammengehören, so unlogisch verhält sich die Bundesregierung. Sie will gerade den preisgünstigsten Strom – Windstrom im Binnenland – deckeln und setzt stattdessen auf teuren Off-Shore-Strom. Der aber erhöht den Leitungsbedarf. Wir reden dann nicht von einer sondern vielen SuedLinks.

Wer Leitungsausbau auf das Notwendige beschränken will, muss die Windstromproduktion in Bayern und Baden-Württemberg stärken, nicht deckeln, und darf nicht an Atom oder Kohle festhalten. Wer erfolgreich mit den Bürgern die Energiewende vorantreiben will, muss die Erdverkabelung als Regel für bewohnte Gebiete und Naturschutzgebiete vorsehen. Auch hier zögern Betreiber und Große Koalition.

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