Die Einigung in Wien ist der historische Erfolg eines dreizehnjährigen Prozesses. Diesen hätte es ohne die Initiative des damaligen Außenminister Joschka Fischer und ohne die Beharrlichkeit von Frank Walter Steinmeier nicht gegeben. Die Einigung ist ein positives Signal. Es lässt die Hoffnung zu, dass die Welt damit etwas sicherer geworden ist.
Am Ende hat der Realismus auf beiden Seiten gesiegt. Der Iran muss unter das Dach des Atomwaffensperrvertrags zurück kehren – will er seine wirtschaftliche Krise und die Massenarbeitslosigkeit gerade der Mehrheit seiner jungen Bevölkerung überwinden. Und die USA und Europa mussten erkennen, dass sie die Bedrohung durch den islamistischen Terror im Nahen Osten nicht ohne und gegen den Iran gewinnen können. Es zeigt sich, dass dabei China und Russland das gleiche Interesse haben.
Jetzt kommt es auf die konkrete Umsetzung des Abkommens an. Die vereinbarten Kontrollmöglichkeiten müssen uneingeschränkt umgesetzt werden. Im Gegenzug muss die seit 35 Jahren andauernde Isolation des Iran schrittweise aufgehoben werden. Und die Erfahrung mit dem Iran-Abkommen sollte Europa und die USA ermuntern im Kampf gegen ISIS ein UN-Mandat zu suchen.
Die NATO dagegen kann nun endgültig auf ihren Raketenabwehrschirm verzichten. Auch dies wäre ein Signal der Entspannung in Europa.
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