Der südniedersächsische Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin erklärt zu den Äußerungen der Bürgerinitiative für die Ortsumgehung Duderstadt:
Die Ortsumgehung Duderstadt ist praktisch bei allen Bewertungskriterien des Bundesverkehrswegeplans durchgefallen. Das geht aus der Bewertung des Bundesverkehrsministeriums eindeutig hervor. Es besitzt weder eine raumordnerische noch städtebauliche Bedeutung. Den Entlastungen in der Ortsdurchfahrt von Gerblingerode stehen Neubelastungen von Bürgerinnen und Bürger in Ortsrandlagen von Gerblingerode, Tiftlingerode und Duderstadt entgegen. Die Gutachter des Bundes stellen im Projektdossier zur B 247 ganz klar fest, dass unter dem Strich praktisch keine nennenswerte Entlastung der Bewohner der betroffenen Ortschaften stattfindet. Zusammenfassend heißt es in der Bewertung des Projekts durch den Bund: „Die Zusatzbelastungen übersteigen in ihrer Bedeutung die positiven Wirkungen.“ Für ein Straßenbauprojekt, was zusammen mit der Ortsumgehung Teistungen-Ferna rund 80 Millionen Euro kostet, muss der Steuerzahler mehr erwarten dürfen. Der Bund kommt in seinem Projektgutachten zu dem Ergebnis, dass im Saldo keine Entlastung erreicht wird und gleichzeitig gehen vom Vorhaben aber hohe Umweltwirkungen aus. Kurzum: Die Ortsumgehung Duderstadt hält nicht das, was manche sich von ihr versprechen. Das Beispiel Westerode illustriert, dass sehr gut. Obwohl diese Umgehung unstrittig war, stellt sich jetzt auch hier heraus, dass weiterhin ein erheblicher Anteil des Verkehrs durch die Ortslage fährt.
Ich habe mich jahrelang gegen die Ortsumgehung Waake eingesetzt. Nach den Erfahrungen sehe ich meine Befürchtungen bestätigt. Die Ortsumgehung hat mehr Geld gekostet als in den Planungen ausgewiesen. Es wurde wertvolle Landschaft durch eine unförmige Ortsumgehung zerstört, die zusätzliche Gefahren für geschützte Tiere, wie etwa der Wildkatze, bietet. Die von den Anwohnern erhofften Verbesserungen sind nicht eingetreten, wie die neuerlichen Beschwerden über Lärm in Waake und Bösinghausen zeigen.
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