Bahnbrücken bundesweit in marodem Zustand – Jürgen Trittin (Grüne): „Wir brauchen Geld und Planungskapazitäten, um den Infrastrukturverfall zu stoppen!“
Die Bahninfrastruktur in Deutschland befindet sich in einem maroden Zustand. Das ist das Ergebnis der Antworten der Bundesregierung auf 16 kleine Anfragen der Grünen-Bundestagsfraktion zum Zustand der Bahninfrastruktur in den deutschen Bundesländern.
So befinden sich aktuell mehr als 1.100 Brücken in Deutschland in einem Zustand, bei dem der Abriss kostengünstiger und wirtschaftlicher wäre als eine Sanierung der bestehenden Infrastruktur, davon auch einige in unserer Region.
Bei einer angenommenen realistischen Lebensdauer der bundesweit rund 25.700 Bahnbrücken von rund 100 Jahren wäre eine Erneuerung von 257 Brücken jedes Jahr notwendig, um eine dauerhaft gute Infrastruktur im Bahnnetz vorzuhalten. Tatsächlich, so das Ergebnis der Bundestagsanfragen der Grünen, wurden in den vergangenen Jahren jährlich gerade einmal 115 Bahnbrücken erneuert. Auch das Ziel der Bundesregierung, mit der Finanzierungsvereinbarung zwischen Bund und Bahn innerhalb von fünf Jahren deutschlandweit 875 Brücken zu sanieren, wird dem Sanierungsbedarf nicht ansatzweise gerecht.
So sind die Bahnbrücken in vielen Bundesländern auch trotz zahlreicher Neubauprojekte in einem hohen Alter. So hält der Freistaat Thüringen, durch den die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Berlin und München verläuft, den Altersrekord einer Durchschnittsbrücke von 82 Jahren. In der Nähe des ICE-Bahnhofs Saalfeld/Saale befindet sich auch die mit dem Baujahr 1871 älteste noch bestehende Bahnbrücke Deutschlands.
Jürgen Trittin, Grünen-Bundestagabgeordnete und Bundestagskandidat im Wahlkreis Göttingen, erklärt zum Zustand der Bahnbrücken in der Region: „Die Große Koalition macht entschieden zu wenig, um unsere Bahninfrastruktur in Schuss zu halten, was sich auch in unserer Region Göttingen auswirkt. Statt das Schienennetz zu erhalten, kümmert sich Verkehrsminister Dobrindt um eine Autobahnmaut und bayerische Ortsumfahrungen. Was wir in der nächsten Wahlperiode brauchen, sind mehr finanzielle Mittel und deutlich mehr Planungskapazitäten für das Bahnnetz. Dafür setzen wir Grüne uns ein.
Wir Grüne setzen auf eine vernünftige Verkehrspolitik, die auf Erhalt vor Neubau setzt. Wenn die Bahn pünktlicher fahren und zu einem zuverlässigen Verkehrsmittel für die Fahrgäste werden soll, müssen wir an die marode Infrastruktur ran. Nur so schaffen wir es, dass die vielen Langsamfahrstellen weniger werden und der Bahnverkehr flüssiger fährt. Wir wollen daher nach der Bundestagswahl ein Investitionsprogramm auflegen, das den Erhalt unserer Infrastruktur in den Mittelpunkt rückt. Nur so schaffen wir eine pünktliche Bahn für zufriedene Fahrgäste“, so Jürgen Trittin abschließend.
https://www.gruene-bundestag.de/index.php?id=4403833
Verwandte Artikel
Kopfgeld für Menschen aus Hongkong völlig inakzeptabel
Die Kopfgelder sind völlig inakzeptabel und entbehren jeder Rechtsgrundlage. Mit Angst und Schrecken versucht die kommunistische Partei erneut, Menschen in aller Welt zu unterdrücken. Menschen, die berechtigte Kritik an der kommunistischen Partei äußern. Das dürfen wir, das dürfen Demokratien nicht zulassen. Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, das wir schützen und nicht der autoritären Willkür von Präsident Xi opfern dürfen.
Weiterlesen »
Zeit für Realismus: China als Partner, Wettbewerber und systemischer Rivale Europas
Zum EU-China-Gipfel erklärt Jürgen Trittin, Sprecher für Außenpolitik: Beim EU-Chinagipfel müssen Rat und Kommission klar machen, was es praktisch heißt, mit China als Partner, Wettbewerber und systemischen Rivalen Europas umzugehen. Dies gilt für fast alle Themenfelder – vom Klimaschutz über Handel bis zum Umgang mit den Kriegen der Welt. Ohne China werden wir das 1,5-Grad-Ziel nicht…
Weiterlesen »
Das Jahrhundert der Erneuerbaren: 1,5° Ziel als Leitlinie der Außenpolitik Deutschlands
Annalena Baerbock liefert. Die internationale Politik Deutschlands wird von der Koalition umfassend auf neue strategische Grundlagen gestellt. Die heute von der Bundesregierung verabschiedete Klimaußenpolitikstrategie ist schon die drittegemeinsame Strategie der Bundesregierung, die auf Vorschlag der Außenministerin beschlossen wurde – nach der ersten Nationalen Sicherheitsstrategie und der Neuausrichtung der deutschen Chinapolitik.
Weiterlesen »
Kommentar verfassen