Zum morgigen weltweit stattfindenden „March for Science“ erklärt der Göttinger Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin:
Weltweit erstarken autoritäre, nationalistische und rechtspopulistische Strömungen und Autokratien. Sie richten sich gegen Pluralität, Weltoffenheit und Toleranz und damit auch gegen freie, kreative und kritische Wissenschaft. Die Wissenschaft selbst schaut diesem Treiben nicht mehr tatenlos zu, sondern wehrt sich zu Recht. Weltweit veranstalten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am 14. April 2018 Aktionen, um für die Freiheit der Wissenschaft zu demonstrieren und dem Gerede des „Postfaktischen“ entgegenzutreten. Auch in Göttingen findet, wie im letzten Jahr, der March for Science statt. Ich stehe an ihrer Seite und all derer, die für freie Wissenschaft und eine starke Zivilgesellschaft auf die Straße gehen.
Der March for Science ist keine Sache der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler allein – vielmehr sind alle eingeladen, sich zu beteiligen. In einer Zeit, in der vielerorts Forschende und Lehrende gefährdet sind, Fake News immer größeres Gehör finden und Wissenschaftsskepsis um sich greift, kommt es darauf an, ein Zeichen für Neugier, Forschergeist und Weltoffenheit zu setzen. Hierzulande geht es konkret darum, gemeinsam Wege aus der Vertrauenskrise zu finden, in der die Wissenschaft gerade steckt, und bestimmte Disziplinen wie Klima- oder Genderforschung gegen reaktionäre, rechtspopulistische Anfeindungen zu verteidigen.
Die Wissenschaft gibt immer wieder Impulse für soziale und ökologische Erneuerung. Sie ist eine der tragenden Säulen einer freiheitlichen und offenen Gesellschaft. Wo Grundfesten der Wissenschaftsfreiheit in Frage gestellt sind, stehen die offene Gesellschaft und Demokratie in Gänze auf dem Spiel. Um das Vertrauen in ihre Redlichkeit zu erhalten, muss Wissenschaft ihre Arbeitsweisen transparenter und ihre Alltagsbedeutung erfahrbarer machen.
Bildung und Wissenschaft spielen eine Schlüsselrolle, um die Globalisierung fair zu gestalten. Eine starke Zivilgesellschaft mit einer starken Wissenschaft – das ist es, was wir in Göttingen, in Deutschland, in Europa und in der ganzen Welt brauchen.
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