Der südniedersächsische Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin erklärt zur gegenwärtigen Hitze:
Mit der aktuellen Hitzewelle wird mehr denn je deutlich: Der Klimawandel hat akute Auswirkungen auch auf uns in Südniedersachsen. Gravierende Ernteminderungen, brennende Wälder, Felder, Gebäude, Blaualgen im Seeburger See, Vögel, die ihre Küken aus Wassermangel nicht durchbekommen, überhitzte Dachgeschosswohnungen und Büros, in denen die angestaute Wärme produktive Arbeit erschwert. Dass es in Südniedersachen noch keine Verletzten gab, ist insbesondere unserer wachsamen Feuerwehr, besonnenem Pflegepersonal und einer gut vorbereiteten Bevölkerung zu verdanken.
Die Situation ist dramatisch – und sie ist menschengemacht. Der Forschungsstand dazu ist völlig eindeutig. Natürlich ist es schwer zu sagen, ob die gegenwärtige Dürreperiode direkt mit den Kohlekraftwerken im Rheinland zusammenhängt. Fakt ist aber: Das Weltklima wird durch den Menschen verändert und mit dem Klima ändern sich die Voraussetzungen für Wetterlagen. Deswegen wäre es naiv, keinen Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und Wetterextremen wie der Hitzewelle oder den Überschwemmungen des letzten Jahres zu sehen. Wenn wir zukünftig in einer lebensfreundlichen Umgebung leben wollen, muss die Bundesregierung drei Punkte sofort umsetzen: Energiewende, Verkehrswende, Agrarwende!
Die Ernteeinbußen in der Landwirtschaft treffen die bäuerlichen Betriebe existenzbedrohlich. Ja, es braucht finanzielle Hilfe nach Einzelfallprüfung – doch Finanzspritzen in ein rückwärtsgewandtes System werden die selbstverschuldete Agrarkrise nicht lösen. Ein zukunftsorientierter Klimaaktionsplan muss her. Es braucht eine Abkehr von Monokulturen, Ackergiften und Massentierhaltung. Ein gezielter Einsatz von europäischen Agrargeldern ist dabei unerlässlich. Die Zukunft liegt in einer ökologischen Landwirtschaft, die Böden und Pflanzen schützt. Nur so kann der Erhalt unserer Lebensgrundlagen gewährleistet werden.
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