Ein besonderes Semester

Zum am Montag startenden Sommersemester erklärt der südniedersächsische Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin (GRÜNE):


Das startende Sommersemester ist kein Semester wie jedes andere. Unter Corona-Bedingungen stehen Lehr- und Forschungsbetrieb besonderen Herausforderungen und Einschränkungen gegenüber. Erstmals wird der Lehrbetrieb komplett online stattfinden. Dringend erforderlich ist eine Unterstützung der Universität in der Finanzierung der zu schaffenden Infrastruktur und er Schulung der Lehrkräfte, um einen qualitativ hochwertigen Lehrbetrieb gewährleisten zu können. Online-Lehre ist zudem nicht für alle Studierenden gleichermaßen zugänglich – unter anderem wegen einer mangelnden Versorgung mit schnellem Internet auf dem Land. Unter den gegebenen Umständen, die geprägt sind von sozialer Isolation und einem erschwerten Zugriff auf Lehrmaterial in Bibliotheken, ist es kaum denkbar, dass die Studierenden ihre Leistungen wie in jedem anderen Semester erfüllen können. Solange dies der Fall ist, sollte die Universität in der Anerkennung und Bewertung von Prüfungsleistungen größtmögliche Kulanz walten lassen. Viele Studierende finanzieren sich ihr Studium über Minijobs. Leichterer Zugang zu BAföG und finanzielle Soforthilfen für Betroffene, wie sie der Göttinger AStA fordert, wären sinnvolle Maßnahmen, um Studierenden in prekären Notlagen zu helfen.

Auch die Beschäftigten der Universität sehen sich Unsicherheiten gegenübergestellt. Die Einschränkungen im Universitätsbetrieb lassen befürchten, dass es zu Verzögerungen im Forschungsablauf kommt. Bei Drittelmittelabhängigen, deren Förderungen von der Einhaltung von Fristen abhängt, sollte sich die Universität bei den Geldgebern für eine Verlängerung der Fristen einsetzen. Dringend zu erwägen ist außerdem ein Befristungsmoratorium für die Arbeitsverträge, um die Existenz der im Mittelbau Tätigen zu sichern.

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