Zum Treffen von Bundeskanzler Scholz und US-Präsident Biden am 3. März in Washington erklärt Jürgen Trittin, Sprecher für Außenpolitik:
Das Treffen von Scholz und Biden ist ein starkes Signal für die transatlantische Partnerschaft in einer schwierigen geopolitischen Lage. Wir gestalten unsere transatlantische Partnerschaft in einer multipolaren Welt.
Diese Welt ist herausgefordert durch Russlands Versuch, Grenzen gewaltsam zu verändern. Die USA wie Deutschland treten gemeinsam für eine regelbasierte internationale Ordnung ein. Zusammen setzen sie sich für ein schnelles Ende des völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieges in der Ukraine ein – durch Sanktionen wie durch militärische Hilfe. Putins Angriff hat Deutschland und die USA in der NATO und den G20 zusammenrücken lassen.
Die USA und Deutschland sollten sich gemeinsam bemühen, wichtige Staaten etwa in den G20 in die Bemühungen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs einzubinden. Das gilt etwa für die erklärte Bereitschaft Brasiliens, zu einer Verhandlungslösung beizutragen. Beide sollten aber auch darauf drängen, dass China seinen Ankündigungen, sich etwa für eine Entmilitarisierung der Zone um das Atomkraftwerk Saporischschja einzusetzen, auch Taten folgen lässt.
Die USA und Deutschland müssen sich zudem mit den globalen Folgen dieses Krieges gerade auch im Zusammenwirken mit der Klimakrise auseinandersetzen. Die notwendige Dekarbonisierung wird nun auf beiden Seiten des Atlantiks mit Milliarden angegangen – Stichwort Green New Deal und Inflation Reduction Act. Doch die in beiden Investitionspaketen enthaltenen Folgen für den jeweiligen Marktzugang müssen im gemeinsamen Interesse gelöst werden.
Hier steht Scholz ebenso vor einer besonderen Herausforderung wie im künftigen Umgang mit China. Während die amerikanische wie auch die deutsche Politik auf Diversifizierung und Reziprozität setzen, um so einseitige Abhängigkeiten von China zu mindern, sind in den letzten Jahren zugleich die Investitionen von deutschen und US-Unternehmen in China kräftig gestiegen. Es geht darum, Globalisierung realistisch zu gestalten, anstatt abzukoppeln.
Verwandte Artikel
ARCHIV: auf dieser Seite gibt es (nichts NEUES) zu sehen
Mit meinem Ausscheiden aus dem Bundestag Anfang 2024 wird diese Seite nicht mehr gepflegt. Hier finden sich alle Beiträge, Pressemitteilungen, Blog- und Gastbeiträge bis zum September 2024. Neues und aktuelles gibt es auf meiner Website www.trittin.de
Weiterlesen »
Alles muss anders bleiben – Sicherheit in der Veränderung
Liebe Steffi, Vielen Dank. Du bist nach mir die zweite Grüne, die das Bundesumweltministerium leitet. Der Artenschutz, der Naturschutz haben es heute schwerer als zu meiner Zeit. Wenn rechtspopulistische Bauern auf ihren 100.000 Euro teuren Treckern glauben machen können, ihre wirtschaftliche Zukunft hänge am Umpflügen von Blühstreifen – dann stimmt etwas nicht in diesem Land….
Weiterlesen »
Energiewende in Deutschland – und der Welt: Rede bei der 3. KlimAKonferenz am 17.09.24 in Berlin
Lieber Christian Theobald, Meine Damen und Herren, Vielen Dank für die Einladung. 1 Global Denken – Lokal handeln Aber ich wundere mich, dass sie mich eingeladen haben. Denn folgt man Sarah Wagenknecht, Markus Söder oder Stefan Brandner – also BSW, CSU oder AfD – dann sind „Die Grünen die gefährlichste Partei Deutschlands“. Warum sind wir…
Weiterlesen »
Kommentar verfassen