Pressemitteilung vom 26.08.2011
Zu der Gutachtenvergabe der Bundesregierung an den Atomlobbyisten Bruno Thomauske erklärt Jürgen Trittin, Fraktionsvorsitzender:
Der Vorgang zeigt, von welcher hohen Kontinuität Merkels Atompolitik trotz der 180-Gradwende geprägt ist. Der Atomfilz leibt und lebt wie eh und je. Ausgerechnet ein Atomlobbyist wie Bruno Thomauske, als Manager bei Vattenfall am Pannenreaktor Krümmel gescheitert, wurde von der Bundesregierung für eine vorläufige Sicherheitsanalyse des Salzstockes in Gorleben angeheuert. Was bei Thomauskes Analyse herauskommen wird, lässt sich schon jetzt unschwer voraussagen. Thomauske hat aus seiner Festlegung auf den Standort Gorleben nie einen Hehl gemacht. Schon dieses Verfahren nimmt der Versicherung von Bundesumweltminister Röttgen, die Endlagersuche erfolge „ergebnisoffen“, jede Glaubwürdigkeit.
Dass die Auftragsvergabe an Thomauske bereits wenige Wochen nach dessen Firmengründung erfolgte, zeigt wie eng das Netzwerk in der Atombranche geknüpft ist. Entweder tanzt die Atomindustrie der Bundesregierung auf der Nase rum, oder Merkel und Röttgen spielen mit der Lobby gemeinsam ein unwürdiges Spiel. Von Merkels Ankündigung eines neuen Anlaufs in der Endlagerpolitik ist jedenfalls nichts zu erwarten. Gerald Hennenhöfer – vom Beamten im Bundesumweltministerium zum Cheflobbyist von E.on gewechselt, ist heute Abteilungsleiter Reaktorsicherheit bei Röttgen. Er schanzt seinem alten Vattenfall-Kumpel Bruno Thomauske einen lukrativen Auftrag zu. Das Gutachten kostet den Steuerzahler 800.000 Euro. Herausgeworfenes Geld.
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