Anlässlich des virtuellen G20-Gipfels erklärt Jürgen Trittin, Mitglied im Auswärtigen Ausschuss:
Die Erklärungen sind wohlklingend: Die G20-Staaten haben Protektionismus und Nationalismus eine Absage erteilt. Sie wollen globale Herausforderungen wie die Corona-Pandemie und die Klimakrise gemeinsam beantworten. Es schlägt die Stunde des Multilateralismus. Nur Donald Trump möchte – und wird – nicht mehr dabei sein.
Doch ob die Bekenntnisse ernst gemeint sind, wird sich am weiteren Umgang mit der Corona-Krise zu beweisen haben. So richtig es ist, dass das Schuldenmoratorium bis Ende 2021 verlängert wurde, die dringend notwendige Schuldenstreichung fehlt weiterhin. Das könnte fatale Folgen haben.
Die G20 sprechen sich für die gerechte Verteilung eines Covid-19-Impfstoffs aus und sagen der internationalen Impfstoff-Initiative Covax finanzielle Mittel zu. Das ist ein wichtiges Signal an Entwicklungs- und Schwellenländer, die von der Corona-Krise wirtschaftlich und gesundheitlich besonders hart getroffen sind. Doch an der Verteilung des Impfstoffes wird ihre Ernsthaftigkeit zu messen sein.
Es ist wichtig, dass sich die G20-Staaten weiterhin klar zum Klimaschutzabkommen von Paris bekennen – mit einer peinlichen Ausnahme, den USA. Die Wahl von Joe Biden eröffnet für den globalen Klimaschutz eine Chance, bei der Erderwärmung auf den 1,5-Grad-Pfad zu kommen. Die G20-Staaten müssen sich hier an die eigene Nase fassen. Sie verursachen drei Viertel der Treibhausgase. Sie müssen massiv gesenkt werden. Deutschland und die Europäische Union müssen ihre Klimaziele endlich mit wirksamen Maßnahmen umsetzen. China muss die Kohleverstromung beenden – und die USA in Klimaneutralität investieren.
Dieser Gipfel zeigt: Die G20 ist das wichtigste Format, um auf globale Probleme gemeinsame Lösungen zu finden. Denn anders als die G7 vereint die Gruppe die 20 wichtigsten Player*innen der Welt in einem Forum.
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